Die innere Vision

Tag 5 | In der indianischen Kultur geht der junge Mann in die Wildnis. An einem abgelegenen Ort harrt er so lange aus, bis ihm sein Schicksal als Vision klar wird und der große Geist ihm seinen wahren Namen nennt. Diese haben ähnlich unsere Kultur eine Bedeutung; hier oft mit Naturbezug. (Der mit den Tieren spricht..) Da dieser während des Rituals „vergeben“ wird, wird er wohl ernster genommen als bei uns.

Wenn ich an meinen Vornamen denke, den mir meine Eltern mitgegeben haben, da kann ich nur mit den Achseln zucken. Er steht für: Der Ölbaum-Pflanzer.
Möchte, kann ich meinen offiziellen Namen für die Initiation nutzen; ihn in diesem Sinne überprüfen, schaue ich mir die mögliche tiefere Bedeutung an. Da der Olivenzweig auch ein Symbol für Hoffnung und Frieden darstellt, existiert zusätzlich die Interpretation „Der Friedliche“ und „Der Verbreiter der Hoffnung“. Das kann man durchaus als Auftrag, als Vision verstehen.

Da mir dieser Name von meinen Eltern gegeben wurde und ich mir (aus Erfahrung) nicht vorstellen kann, das diese ausreichend hell- oder weitsichtig waren, stellt sich die Frage: kann der bleiben oder muss der weg?
Aber: Wie lautet mein wahrer Name?

Im christlichen Kontext war ursprünglich – mit der indianischen Tradition vergleichend – die Konfirmation vorgesehen. Die Segnung markiert den Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter. Weil die Konfirmation bis zur Verlegung des Schuljahresendes in den Sommer und der Verlängerung der Schulpflicht für die meisten Volksschüler mit dem Ende der Schulzeit zusammenfiel, war sie auch ein bürgerliches Initiationsritual, das am Wechsel in das Erwachsenenleben stattfand.

Bohr schreibt, die Konfirmation solle uns für das Leben aufrütteln und uns für den Heiligen Geist öffnen. Durch den neuen Namen geben wir unserer spirituellen Suche Ausdruck; der Name ist also Programm. Und das ist allemal besser als die heutige Konfirmation, wo es vielen Teenies darum geht, möglichst viel Geschenke einzusammeln und zu feiern.

Nun zu einer These, die es zu überprüfen gilt: Viele Männer sehnen sich nach einer inneren Vision, die ihnen zeigt, weshalb sie auf dieser Welt sind und worin ihre Aufgabe besteht. Oft genug haben sie nicht mal die Sprache dafür sich dieser Vision zu nähern.

Wie finde ich denn die Sprache um mich auszudrücken? Wie zeigt sich eine innere Vision? Ist das eine Art Bauchgefühl?

Haben Sie bereits über Ihren Namen nachgedacht und sich daraus eine Vision konstruiert?

Welche Rolle spielt der Heilige Geist bei der Initiation? Welche Aufgabe hat er generell? Ist dieses Modell auch in nichtchristlichen Kreisen sichtbar?

Oliver Simon

Meine Idee

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